• Tobias Dünkel

Was bei Stress im Gehirn passiert und wie du dich unterstützen kannst


Heute möchte ich dich zu einer besonderen Struktur unseres Großhirns mitnehmen: dem präfrontalen Cortex. Er liegt direkt hinter unseren Augen und ist zuständig für die Verhaltenssteuerung, das Einfühlungsvermögen, die Aufmerksamkeit und unsere Reflexionsfähigkeit. Der präf. Cortex trägt auch den Beinamen "Regisseur im Gehirn", denn er ermöglicht ein Denken und Planen bevor wir Handeln.


Die Informationen werden über unsere Sinnesrezeptoren z. B. die Augen aufgenommen und gehen zum präf. Cortex. Hier werden sie bewertet, mit vorhandenen Erfahrungen verglichen und Entscheidungen getroffen. Diese werden weiter zum motorischen Cortex geleitet, der sie als Handlung ausführt.


Eine Unterstruktur des präf. Cortex ist der mediale präfrontale Cortex. Dieser ist verbunden mit dem emotionalen Gehirn und ermöglicht es uns, das Geschehen von oben zu betrachten, die Position des Beobachters einzunehmen, ein Gewahrsein auszubilden. Er wird daher auch als "Wachturm" bezeichnet und gibt uns die Fähigkeit, Zeuge unserer selbst zu sein. Eine essenzielle Eigenschaft, um schwierige Erfahrungen zu verarbeiten.


Jetzt wird es spannend: Unter Stress wird der präf. Cortex deaktiviert. Der normale Fluss wird unterbrochen und die Informationen münden direkt in eine Aktion. Du kennst das vielleicht, dass unter Stress keine Zeit ist nachzudenken, eine Beobachter-Position einzunehmen, sich zu konzentrieren oder gar zu planen. Und das ist auch gut so. Bei einer akuten Bedrohung sichert die schnelle "unüberlegte Reaktion" unser Überleben.


Bei chronischem Stress oder als Traumafolge sieht das anders aus. Hier fehlt uns also dauerhaft die Möglichkeit, uns zu konzentrieren, zu reflektieren und überlegte Entscheidungen zu treffen. Wir sind permanent im Überlebensmodus bestehend aus Kampf, Flucht, Starre und Unterwerfung.


Hier kann es dienlich sein, deinen präf. Cortex zu unterstützen, sodass dieser wieder aktiv wird. In der Craniosacralen Therapie machen wir das durch Palpation - also Berührung. Wie sich das anfühlen kann, erlebst du mit dieser kleinen Übung zur Selbstbehandlung:


  • Lege deine Hände auf deine Augen, die Finger bedecken den Stirnraum.

  • Verbinde dich mit deinem Spürbewusstsein mit dem präf. Cortex und halte für einen Moment innerlich all das, was du gerade gelesen hast.

  • Gib den Strukturen Zeit bis sie sich neu organisieren können, während du entspannst.

  • Erlaube dir, Reaktionen deines Körpers geschehen zu lassen wie Gähnen, tiefer Atem, Zucken...

  • Nach drei bis vier Minuten kannst du die Hände wieder lösen und die neue Klarheit genießen.

Ich bin gespannt, welche Erfahrung du machst?


Mehr zur Cranio Sacralen Köperarbeit findet du übrigens hier.

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